Knife to a gunfight: Meine TOR330 Video-Doku ist online
BOA Technology hat die offizielle Doku zu meinem TOR des Géants 2025 veröffentlicht – knapp zehn Minuten Bilder aus dem Aostatal, inklusive aller ehrlichen Momente.
Es ist online. Mein Sponsor BOA Technology hat heute die offizielle Doku zu meinem TOR des Géants 2025 auf der Athletes Page veröffentlicht – inklusive einer knapp zehnminütigen Video-Doku auf YouTube. 330 Kilometer, 24.000 Höhenmeter, Aostatal. Und zwischen Start und Ziel viele Momente, die in den Ergebnislisten nicht stehen.
Worum es im Video geht
Der TOR des Géants ist mehr als ein Ultra-Trail. Er ist eine Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen, mit Zweifel, mit Strategie. Genau das hat das Team rund um BOA und Roast Media in der Doku eingefangen – nicht als Hochglanz-Erfolgsgeschichte, sondern als ehrliche Reise durch eines der härtesten Ultra-Rennen der Welt.
Was viele nicht wissen und was ich im Intro auch sage: Es war nicht meine erste Teilnahme. Vor elf Jahren bin ich das erste Mal hier gestartet – damals, wie ich es im Video formuliere, “not the runner I’m now”, und nicht bereit für 330 km. Diesmal war ich es. Auf dem Papier zumindest.

Die Vorbereitung in Zahlen
Im Behind-the-Scenes Artikel hat BOA auch zusammengefasst, was vor dem Rennen passiert ist:
- 2.800 Trainingskilometer quer durch verschiedene Disziplinen
- 180.000 Höhenmeter in den Beinen
- 520 Stunden dedizierter Vorbereitungszeit
- Podiumsplatzierungen bei UT Snowdonia by UTMB®, Grossglockner Ultra-Trail und Hochkönigman in der Saison davor
- Zweiter Platz beim PTL im Jahr zuvor
Diese Zahlen waren die Grundlage für mein Selbstvertrauen am Start. Aber wie ich später feststellen sollte: Der TOR interessiert sich nicht für Lebensläufe.

Der Satz, der bleibt
Wer mich nach dem Rennen gefragt hat, wie es war, hat irgendwann diesen Satz von mir gehört – und auch BOA hat ihn ins Zentrum der Doku gestellt:
“I felt during the race that I am coming with a knife to a gunfight.”
Im Video sage ich auch gleich, was ich konkret unterschätzt hatte: die Logistik, das Pacing, das Sleep-Planning. Es war nicht mangelnde Vorbereitung. Es war, dass ich das System TOR nicht verstanden hatte. Das ist ein Unterschied. Wer wissen will, was sich genau hinter diesem Satz verbirgt, findet es in meinem ausführlichen Race Report zum zehnten Platz, im WNTV-Interview und im Beitrag in Running & Fitness.
Strategie, Disziplin, Pacing – und der Mut zu pausieren
Was die Doku gut einfängt: Beim TOR geht es eben nicht nur ums Laufen. Es geht um Logistik, Ernährung, Pacing, Ausrüstung – und um die Entscheidung, wann man pusht und wann man überlebt. Jede Entscheidung kompoundiert. Jeder Fehler hallt nach.
Zwei Stunden Schlaf bei Kilometer 200 haben mein Rennen gerettet. Ein paar vergessene Ohrstöpsel haben es fast beendet. Beides liegt nur scheinbar weit auseinander – und beides war im Moment selbst keine Heldengeschichte, sondern eine sehr nüchterne Rechnung.

Den eigenen Drachen treffen
In der Doku gibt es einen zweiten Satz, der hängen bleibt – diesmal aus dem Off, fast als Closing-Thought:
“TOR stands for meeting your own dragon inside.”
Und gleich dazu: ich habe meinen Drachen während dieses Rennens oft getroffen. Mehrmals. In der Mittagshitze am zweiten Tag. Um drei Uhr früh auf einem Pass. In dem Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich mit dem Messer zum Pistolenduell gekommen bin.
Was ein Ultra letztlich ist – das wird in 9 Minuten erstaunlich gut sichtbar.
Danke an BOA
Dass mein langjähriger Sponsor BOA Technology die Doku produziert und auf der Athletes Page gepostet hat, freut mich besonders. Nach dem Dialed In Summit in Düsseldorf und dem Athletenpanel zum 25-Jahr-Jubiläum ist das ein weiteres Stück gemeinsamer Geschichte.
Was ich an dieser Partnerschaft besonders schätze: BOA zeigt nicht nur die Erfolge. Sie zeigen auch die Lernmomente. Den Lauf, der nicht nach Plan lief. Den Athleten, der mit Demut vom Berg kommt. Genau das macht Sport ehrlich.
Selber anschauen
Die Doku gibt es direkt auf YouTube – knapp zehn Minuten. Den Behind-the-Scenes Artikel mit weiteren Hintergründen findest du im BOA Content Hub.
Wer noch tiefer einsteigen will:
- Mit einem Messer und viel Demut: Zehnter Platz beim Tor des Géants – der erste Bericht direkt nach dem Zieleinlauf
- WNTV-Interview: 330 Kilometer Tor des Géants – Die Geschichte hinter Platz 10 – das halbstündige TV-Gespräch
- 330 km, ein Teller Nudeln und die Frage, ob ich ein Idiot bin – die ehrliche Nachbetrachtung in Running & Fitness 4/2025
- NÖN-Bericht: 24.000 Höhenmeter – die regionale Berichterstattung
Beim nächsten Mal komme ich übrigens mit der richtigen Waffe.
Mehr über meine Partnerschaft mit BOA und die Equipment-Philosophie im Ultra-Trail findest du auf meiner Sponsors-Seite. Anfragen für Vorträge zu mentaler Stärke und strategischer Anpassung im Extremsport gerne direkt über das Kontaktformular.
Galerie
Start in Courmayeur – das internationale Startfeld vor 330 km Aostatal
© Roast Media/Florentin Haunold
Tag 2 in der Hitze – wenn die Strategie zum ersten Mal kippt
© Roast Media/Florentin Haunold
Life Base – die einzigen Stellen, die ich für meinen Support eingeplant hatte
© Roast Media/Florentin Haunold
Verpflegung zwischen den Pässen – Kohlenhydrate vor der nächsten Etappe
© VDS Trailers
Drei Uhr nachts auf einem Pass – wenn Strategie alles entscheidet
© VDS Trailers
Col de Malatra – einer der 25 Pässe und einer der höchsten Punkte der Strecke
© Roast Media/Florentin Haunold
Zieleinlauf nach 78:24:51 Stunden – ein Gefühl von Demut und Stolz
© Roast Media/Florentin Haunold
Im Ziel zurück in Courmayeur – das Bild, das BOA als Coverbild gewählt hat
© Roast Media/Florentin Haunold
Tags
Interessiert an einem Vortrag?
Die in diesem Artikel beschriebenen Strategien und Erfahrungen sind Teil meiner Vorträge. Ich zeige, wie sich Erkenntnisse aus dem Ultra Trail Running auf Business und persönliche Entwicklung übertragen lassen.
Jetzt als Speaker buchen